Häusliche Betreuung nach § 124 SGB XI

Seit dem 01.01.2013 deckt das Pflegeversicherungsgesetz bei allen pflegebedürftigen Menschen der Pflegestufen 0 bis 3 -neben den bekannten Leistungen der Grundpflege und der Hauswirtschaft- nun auch den Bereich der Häuslichen Betreuung ab.

Unter der Häuslichen Betreuung versteht man z.B. die Teilhabe an gesellschaftlichen Ereignissen, wie  Theater/Kinobesuche, Spaziergänge, gemeinsames Zeitung lesen, gemeinsames Kaffeetrinken und vieles anderes mehr.

 

Welche Voraussetzungen gelten für die Häusliche Betreuung? 

  1. Es muss ein Leistungsanspruch gegenüber der Pflegeversicherung bestehen. D.h. es muss eine Pflegestufe oder eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz seitens des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen festgestellt worden sein. Es muss also ein Einstufung erfolgt sein
  2. die Grundpflege muss im Einzelfall sichergestellt sein. Das bedeutet, dass der Pflegebedürftige ausreichend Hilfe in den Bereichen Waschen, Kleiden, Ernährung, Ausscheidungen und Mobilität erhält.
  3. die hauswirtschaftliche Versorgung muss sichergestellt sein (Einkaufen, Reinigen der Wohnung etc. muss sichergestellt sein

Sind diese Bereiche erfüllt, kann der Pflegebedürftige zu Lasten seiner Pflegeversicherung Häusliche Betreuung in Anspruch nehmen und damit  Freizeitaktivitäten mit Begleitung durch eine Betreuungskraft oder Maßnahmen zur Strukturierung seines Tagesablauf machen.

 

Auszug aus dem genauen Wortlaut des Gesetzestextes, der im Bundesanzeiger der Bundesrepublik Deutschland bekannt gegeben wurde.

 

§ 124  Übergangsregelung: Häusliche Betreuung

 

(1) Pflegebedürftige der Pflegestufen I bis III sowie Versicherte, die wegen erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz die Voraussetzungen des § 45a erfüllen, haben bis zum Inkrafttreten eines Gesetzes, das die Leistungsgewährung aufgrund eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und eines entsprechenden Begutachtungsverfahrens regelt, nach den §§ 36 und 123 einen Anspruch auf häusliche Betreuung.

(2) Leistungen der häuslichen Betreuung werden neben Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung als pflegerische Betreuungsmaßnahmen erbracht. Sie umfassen Unterstützung und sonstige Hilfen im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen oder seiner Familie und schließen insbesondere das Folgende mit ein:                             

·         Unterstützung von Aktivitäten im häuslichen Umfeld, die dem Zweck der    Kommunikation und der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte dienen,

·         Unterstützung bei der Gestaltung des häuslichen Alltags, insbesondere Hilfen zur Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur, zur Durchführung bedürfnisgerechter Beschäftigungen und zur Einhaltung eines bedürfnisgerechten Tag-/Nacht-Rhythmus.

Häusliche Betreuung kann von mehreren Pflegebedürftigen oder Versicherten mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz auch als gemeinschaftliche häusliche Betreuung im häuslichen Umfeld einer oder eines Beteiligten oder seiner Familie als Sachleistung in Anspruch genommen werden.

(3) Der Anspruch auf häusliche Betreuung setzt voraus, dass die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung im Einzelfall sichergestellt sind.

(4) Das Siebte, das Achte und das Elfte Kapitel sind entsprechend anzuwenden.

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